Slackline – der moderne Seiltanz

Mittlerweile sind sie zum alltäglichen Bild geworden in unseren Parks: die Slackliner.

Gerade im Sommer sieht man „Seiltänzer“ ebenso oft wie Frisbeespieler, Crossboccia, Federball oder andere Outdooraktivitäten. Das Slacklinen ist noch eine recht junge Sportart. Aus dem Klettersport erwachsen, wie sollte es anders sein, kam das Phänomen Slackline 2007 in Deutschland an und wurde schnell zu einem Mega Trend. Zahlreiche Zeitungen und sogar das TV berichteten darüber und tun dies immer noch. Mittlerweile ist das Balancieren auf einem Gurtband aus Polyester oder Nylon eine richtige Sportart mit eigenen Spielformen, Disziplinen und auch Regeln geworden. Slackline bedeutet soviel wie schlaffe Leine, also ein Band welches zwischen zwei Fixpunkten gespannt wird, um darauf zu laufen, balancieren und Tricks wie Sprünge und Saltis zu üben. Letztere sind den Profis vorbehalten. Aber auch Anfänger und Interessierte, die mal ausprobieren möchten, sind schnell über die anfängliche Unsicherheit weg und erstaunt darüber, wie schnell man das Gehen auf dem Band erlernt. So können sie sich bei den ersten Versuchen auf dem hin und her wackelnden Band, welches sich total vom Drahtseiltanz unterscheidet, gar nicht vorstellen, einmal mehr als zwei Schritte zu gehen. Slackline erfordert nämlich die ganze Konzentration. Fast jeder Muskel wird bewegt und die motorischen Fähigkeiten werden sehr beansprucht. Schnell ist die erste Scheu und Hürde überwunden. Sie werden merken, dass es recht leicht ist, auf dem Band zu gehen. Wenn Sie mit Partner üben, können Sie sich gegenseitig Hilfestellung geben – an der Hand gehen sozusagen. Slacklinen eignet sich für Jung und Alt. Es schult die motorischen Fähigkeiten und Konzentration. Der ganze Körper arbeitet beim Slacken. Schulter, Rücken und Rumpfmuskulatur werden trainiert. So wird mittlerweile das Slacken auch in der Physiotherapie erfolgreich eingesetzt.

Spielformen und Arten des Slacklinen

Aus dem einfachen Gehen und Balancieren haben sich schnell neue Spielformen entwickelt. Diese vielen Slackline Arten erfordern jeweils andere Anforderungen an den Slackliner und auch an das Material:

  • Urban

Beim Urbanlining, also dem Slacklinen im städischen Umfeld wie z.B. in Parks, auf Straßen oder in Gebäuden, werden viele Spielformen vereint. Hier kommen meist breite Slacklines zum Einsatz.

  • Trick und Lowlines

Tricklines sind kurze, sehr straff gespannte Slacklines, auf denen meist gesprungen wird. Die Tricks sind sehr akrobatisch und sehen für den Laien unglaublich halsbrecherisch aus. Meist kommen hier 50 mm Slacklines zum Einsatz. Lowlines sind niedrig und relativ locker gespannte Slacklines. Diese sind gerade für Anfänger empfehlenswert, da sich diese Spielform in niedriger Höhe – i.d.R. bis Hüfthöhe – abspielt.

  • Highlines
Slackline verbindet! (Die Bilder wurden von slackliner.de zur Verfügung gestellt)

Slackline verbindet! (Die Bilder wurden von slackliner.de zur Verfügung gestellt)

Beim Highlinen – der “ Königsdisziplin “ des Slackens, wird die Slackline in Höhen über der Absprunghöhe gespannt. Das bedeutet, dass eine zusätzliche Sicherung für den Highliner notwendig ist. Auch muss das Material, hier meist 25 mm breite Bänder, den Anforderungen gewachsen sein und auch eine zusätzliche Sicherung muss angebracht werden, um den Akteur bei einem Materialversagen sicher zu halten. Highlines werden entweder urban gespannt, also zwischen Gebäuden wie Brücken oder Häusern oder aber in freier Natur; in den Bergen, zwischen Felsen oder hohen Bäumen über Schluchten.

  • Longline

Beim Longlinen geht es darum, eine möglichst lange Distanz auf einem Band zu gehen. Diese Art des Slacklinerns erfordert, genau wie das Highlinen, eine sehr große Konzentration und hohe Fitness, da die Belastungen über lange Zeit aufrecht erhalten werden. Longlines werden Slacklines genannt, die länger als 35 m sind. Die längste je gelaufene Longline war über 300 m. Dabei kommen nur Hightech Bänder zum Einsatz, die mit sehr hohen Spannungen aufgebaut werden. Longlines und Highlines sind nur etwas für Profis mit großer Erfahrung und entsprechendem Material.

Baumschutz und Naturschutz

Da Slackline zumeist draußen in der Natur und oftmals in öffentlichen Parks ausgeführt wird, ist es wichtig, sich nicht wie „die Axt im Walde“ zu verhalten. Für die Community der Slackliner gilt der Ehrenkodex, Müll und sonstige Überreste der Veranstaltung mitzunehmen bzw. zu entsorgen, keinen unnötigen Lärm zu machen und sich rücksichtsvoll gegenüber Passanten zu verhalten. In vielen Städten und Kommunen ist das Slacken an öffentlichen Bäumen verboten. Jedoch stehen den Slacklinern von den Städten extra errichtete Parks zur Ausübung ihres Hobbys zur Verfügung. Daher ist es unerlässlich, einen wirkungsvollen Baumschutz zu verwenden. Ein solcher Baumschutz besteht aus einer Filzmatte, die vor der Anbringung der Slackline um den Baum gewickelt und fixiert wird, wodurch Schäden an der Rinde vermieden werden. In den meisten Slackline Sets ist ein solcher Baumschutz bereits enthalten. Weitere Infos, Slackline Shop und Slackypedia gibt es bei www.slackliner.de. © Michael Weiß / www.slackliner.de

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