Slow Travel – Langsam Reisen

Entschleunigt und langsam Reisen – raus aus dem Alltag.

Unser Alltag ist hektisch, laut und schnell. Stress ist eines der am häufigsten gebrauchten Wörter, wenn man jemanden fragt, wie es ihm geht: „Ich bin im Stress. Ich habe Stress. Gestresst.“

Und dann geht es in den Urlaub. Da muss man doch möglichst viel in möglichst kurzer Zeit sehen und erleben. Schließlich ist Zeit kostbar. Nach dem Urlaub fragt man sich dann, wo denn nun die erwünschte Erholung ist. Man hat zahlreiche Fotos und Videos, die jede Menge Action und Sehenswürdigkeiten dokumentieren. Erholung auf dem Bild sieht ja schön aus, wie man mal 5 Minuten in der Hängematte lag – aber war es wirklich Erholung, wenn man in zwei Wochen Urlaub tausende Kilometer mit dem Mietwagen durch die USA oder Südafrika gefahren ist? Oder wenn man erzählen kann, dass man beim Insel-Hopping in Thailand in 10 Tagen alle Inseln rund um Phuket und Koh Samui bereist hat?

Entschleunigtes Reisen ist das Zauberwort – Langsam Reisen! Einfach mal anhalten. Weniger ist mehr. Qualität statt Quantität. Oder Tiefe statt Breite. Doch wie soll das gehen, ohne dass man sich eine Woche am Hotelpool langweilt?

Freiwilligenarbeit Asien

Langsam Reisen – Ein paar Tipps

Der Weg ist das Ziel: Warum nicht einfach mal mit langsamen Transportmitteln reisen? Beispielsweise mit einem Fracht- oder Postschiff. Oder mit dem Zug statt mit dem Flugzeug. Die Reise dauert dann vielleicht etwas länger, aber man hat Zeit, sich auf das Kommende einzustellen. Man kann die vorbeiziehende Landschaft beobachten und sich auf das Reiseziel einstimmen.

Menschen statt Sehenswürdigkeiten: Reiseführer und To-Do-Listen ade! Okay, den Reiseführer sollte man vielleicht mitnehmen, damit man weiß wo es hingehen soll. Bei diesem Punkt geht es darum, dass Sehenswürdigkeiten zwar spannend und vielleicht auch wertvoll sind. Wenn man sich aber Zeit nimmt und ein Land wirklich kennen lernen möchte, dann gehören auch die Menschen und deren Kultur dazu – und nicht nur Bauwerke, die vor Hunderten von Jahren errichtet wurden. Ein Reiseland erleben heißt, mit den Einheimischen zu sprechen, in Restaurants gehen, die von Einheimischen besucht werden und einfach mitten drin sein im wahren Leben – und nicht von einem Touristenbus in den nächsten umsteigen.

Tief durchatmen und Seele baumeln lassen: Entspannung ist, wenn man den Blick in der Ferne schweifen lässt. Wenn man dem Rauschen der Wellen zuhört. Wenn man Kinder beim Spielen beobachtet. Wenn man Fischern dabei zusieht, wie sie ihre Netze einholen. Wenn man in einem Café sitzt und das Treiben um sich herum beobachtet. Das geht meistens nur, wenn man nicht den Reiseführer zur Hand nehmen muss, um zu schauen, was als nächstes auf dem Programm steht. Sich einfach treiben lassen, ohne Zeitdruck und ohne Plan. Das ist leichter gesagt als getan, haben wir doch im hektischen Alltag immer einen Plan, was als nächstes zu tun ist.

Langsam Reisen heißt den Alltag und die Hektik für eine kurze Zeit zurück zu lassen.

Ob man das bei einem Yoga- oder Meditationsurlaub macht, beim Backpacking durch Asien oder beim Strandurlaub auf den Malediven – eine Anleitung oder eine Universal-Empfehlung für Slow Travel gibt es nicht. Der wichtigste Tipp überhaupt: Hört auf euer Gefühl und versucht zu spüren, was ihr am liebsten in eurem Erholungsurlaub machen möchtet.

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2 Antworten

  1. Patrick sagt:

    Hallo Sandra,
    danke für diesen Artikel. Ich versuche das seit Jahren zu vermitteln und freue mich dass Du die gleichen Ansichten teilst. Höher, schneller, weiter funktioniert eben bei einer Auszeit nicht. Ich hoffe die Menschen erkennen den Wert der Zeit wieder und wissen sie zu schätzen. Dabei geht es nicht darum, soviel wie möglich in kurzer Zeit zu erleben, sondern die Zeit selbst.

    Viele Grüße
    Patrick

    • Sandra sagt:

      Hallo Patrick,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hoffe auch, dass sich mehr Menschen darauf besinnen anstatt eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuhaken.
      Viele Grüße, Sandra

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