Nachhaltig gefangener Fisch

Nachhaltig gefangener Fisch steigt weiter in der Gunst der Konsumenten.

Eine neue Studie zum Kaufverhalten bei Fisch und Meeresfrüchten zeigt, dass intakte Ozeane bei Verbraucherinnen und Verbrauchern rund um den Globus hoch im Kurs stehen und dass die Nachfrage nach Fischprodukten aus nachhaltigen Quellen auch in deutschen Haushalten nicht abreißt. Die im Auftrag des Marine Stewardship Council (MSC) durchgeführte Studie ist vermutlich die größte internationale Untersuchung zum Konsum von Fischprodukten aus nachhaltigen Fischereien. Mehr als 9000 regelmäßige Fischkäufer aus 15 Ländern in Europa, Asien, Australien und Nordamerika wurden dieses Mal befragt. Die Umfrage schließt an Befragungen in den Jahren 2010 und 2012 an. Sie zeigt, dass 58 Prozent der deutschen Fischesser das MSC-Siegel kennen und 27 Prozent wissen, dass es für nachhaltige Fischerei steht. Damit sind deutsche Verbraucher zusammen mit ihren Schweizer Nachbarn (57 und 33 Prozent) weltweit am besten über nachhaltige Fischerei und den MSC aufgeklärt. Vor vier Jahren lagen diese Werte noch bei 36 Prozent bzw. 15 Prozent.

Wachsendes Bewusstsein bei deutschen Fischliebhabern

88 Prozent der Fischliebhaber in Deutschland finden eine nachhaltige Befischung unserer Meere ziemlich oder gar extrem wichtig. 61 Prozent der Befragten sorgen sich heute stärker um schrumpfende Fischbestände als noch vor einem Jahr. Die Sorge um den Zustand unserer Meere spiegelt sich erfreulicherweise oft im Kaufverhalten der Verbraucher wieder. Insgesamt 82 Prozent achten beim Einkauf auf die nachhaltige Herkunft des Fisches – einige immer, viele meistens, andere manchmal. Bereits ein Viertel der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher entscheidet sich bei jedem Fischeinkauf bewusst für das MSC-Siegel (25 Prozent). Gut zwei von zehn Verbrauchern treten sogar den Weg ins nächste Geschäft an, wenn es vor Ort keine umweltbewusste Alternative gibt (23 Prozent). Über die Hälfte der deutschen Fischkäufer kennen das MSC-Umweltsiegel (58 Prozent). Im weltweiten Vergleich führt Deutschland damit nach wie vor bei der Bekanntheit des MSC-Siegels, dicht gefolgt von unseren Nachbarn in der Schweiz (57 Prozent) und den Niederlanden (48 Prozent). Was das blaue Umweltsiegel auf Fischprodukten konkret bedeutet, konnten 27 Prozent aller Befragten ohne Hilfestellung erklären – der „verräterische“ Text zertifizierte nachhaltige Fischerei, der im MSC-Siegel abgebildet ist, wurde bei der Befragung ausgeblendet. Marnie Bammert, Leiterin des MSC-Regionalbüros für den deutschsprachigen Raum, freut sich über das wachsende Verbraucherbewusstsein, hat aber ehrgeizige Ziele: „Die Bekanntheit des MSC-Siegels lag vor vier Jahren noch bei 36 Prozent. Wir freuen uns über die 58 Prozent, denen das MSC-Siegel nicht fremd ist – und vor allem über jenes Viertel der deutschen Fischkäufer, das beim Einkauf auch danach greift. Unseren Auftrag erledigt haben wir alle allerdings erst, wenn sich 100 Prozent der Verbraucher und auch 100 Prozent der weltweiten Fischereien für eine nachhaltige Arbeitsweise entscheiden. Wir haben also noch einen langen Weg vor uns.“

Eine Zweidrittelmehrheit für eine nachhaltige Einkaufspolitik

Zwei Drittel der befragten Personen finden es wichtig, dass Supermärkte Fisch aus nachhaltig arbeitenden Fischereien anbieten (64 Prozent). Ebenso viele sehen auch den Gastronomiesektor in der Pflicht (66 Prozent). Mit rund 4000 unterschiedlichen Produkten mit MSC-Siegel ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland schon heute kinderleicht, ein Produkt aus nachhaltiger Fischerei zu wählen und dem Supermarkt des Vertrauens so zu signalisieren, dass seine verantwortungsbewusste Fischeinkaufspolitik auf Anklang stößt.

Nachhaltige Herkunft und Preis gleich auf

Welches Fischprodukt letztendlich im Einkaufskorb landet, wird noch immer am stärksten von den geschmacklichen Vorlieben der Tafelrunde bestimmt (83 Prozent). Danach folgen die bevorzugte Fischart sowie der gesundheitliche Aspekt des jeweiligen Fischproduktes. Mittlerweile ist die umweltschonende Herkunft des Fisches bei der Kaufentscheidung aber fast genauso wichtig wie der Preis (67 vs. 68 Prozent). Hinweise von Taschenratgebern (16 Prozent) und Smartphone-Apps (13 Prozent) spielen die geringste Rolle. Nach den Empfehlungen von Behörden/Instituten (63 Prozent) und Ratschlägen in Fachmagazinen (60 Prozent) werden Umweltsiegel als die vertrauenswürdigste Form der Information gesehen, wenn es darum geht Umwelt- oder soziale Verantwortung nachzuweisen (53 Prozent). Das knüpfen Verbraucher aber natürlich auch an Bedingungen: So fordern beispielsweise 81 Prozent, dass eine als nachhaltig ausgelobte Fischerei auch regelmäßig überprüft wird – eine Forderung, die der MSC-Umweltstandard schon immer erfüllt. Das Nachhaltigkeitsversprechen einer Marke auf deren Verpackungen erreichte mit 26 Prozent den letzten Platz auf der Rangliste der Vertrauenswürdigkeit.

Quelle: MSC

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